30.12.2009 Kleine Zeitung

Langer Weg zum Klimagipfel
Soll man in der Oststeiermark einen regionalen Klimagipfel veranstalten? Darüber berieten rund 40 Persönlichkeiten aus der Region. Weitere Vorarbeiten sind nötig.
Die Solidarregion Weiz lud ein und rund 40 Persönlichkeiten aus wichtigen gesellschaftlichen Institutionen der Oststeiermark kamen. Das Thema des Abends: Soll in der Oststeiermark ein regionaler Klimagipfel abgehalten werden mit dem Ziel, bis 2020 den Energieverbrauch in der Region um 50 Prozent zu senken?
"Probieren wir ein Kopenhagen in der Oststeiermark", eröffnete Fery Berger das, obwohl der Klimagipfel von Kopenhagen eher ein Synonym für Scheitern als für Erfolg in Sachen Klimaerwärmung ist. Doch gerade weil die Spitzenpolitiker in Kopenhagen keinen tragfähigen Beschluss gefasst haben, brauche es einen "Regionalen Klimagipfel Oststeiermark", der von den wichtigsten Institutionen des öffentlichen Lebens getragen werde.
Verantwortung
"Wir müssen von der Basis her etwas unternehmen", forderte Erwin Stubenschrott, Geschäftsführer von KWB und Mitglied der Solidarregion, "wir haben alle eine Verantwortung." Diese immer nur auf die Politik abzuwälzen, weil man meine, als einzelner nichts ausrichten zu können, gelte nicht, so Stubenschrott weiter.
"Wir haben sehr viele Meinungen zu diesem Thema eingeholt", sagte Berger, "Klimaexperten wie Helga Kromp-Kolb und Stefan Schleicher sagen, dass eine 50-prozentige Reduktion des Energieverbrauchs notwendig ist, und sie meinen, wenn das jemand kann, dann wir hier in der Oststeiermark." Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, brauche es eine breite Unterstützung von der Gesellschaft und von Experten sowie den wichtigsten Institutionen in der Region.
Die ersten Reaktionen der Anwesenden waren eher verhalten. Architekt Erwin Kaltenegger meinte: "Bei diesem Vorschlag geht es um eine Energieeinsparung um 50 Prozent, das Thema erneuerbare Energie scheint aber zu fehlen." Dem entgegnete Erwin Stubenschrott, dass es ebenso ein Ziel sein werde, fossile und atomare Energie durch erneuerbare Energieformen zu ersetzen. "Dann hätten wir auch kein Problem damit, wenn die 50 Prozent nicht erreicht werden", sagte Stubenschrott.
Bereitschaft
Doch verstand die Solidarregion den Abend nicht als Diskussionsforum, wo über genaue Ziele und Konzepte eines Klimagipfels beraten werden sollte. Vielmehr wollte sie von den Anwesenden erfahren, ob diese das Vorhaben prinzipiell unterstützen und sich dafür auch persönlich engagieren würden. Mit Ausnahme von Oswin Donnerer, Umweltreferent der Stadt Weiz, bekundeten schließlich alle ihre Bereitschaft dazu. Donnerer: "Ich bin nicht dagegen, aber ich habe keine Freude damit, weil ich nicht weiß, wie das genau aussehen soll." Außerdem bedeute ein solches Ziel enorm viel Arbeit, wobei nicht klar sei, wer diese zu machen habe.
Durch die Bank waren sich die Anwesenden einig, dass es für das Gesamtvorhaben eine übergeordnete Stelle geben müsse. Erwin Stubenschrott schlug dafür das Regionalmanagement Oststeiermark (RMO) vor. Doch muss zuvor der Vorstand der Großregion Oststeiermark dem RMO und seinem Geschäftsführer Horst Fidlschuster den Auftrag erteilen, damit diese die Koordinierungsfunktion in Zukunft ausüben können. Deshalb schlug Jochen Pack, Vorsitzender der Großregion, vor, zuerst einmal den politischen Verantwortungsträgern der Region das Vorhaben zu präsentieren. Ein derartiges Treffen soll in den ersten Monaten des kommenden Jahres stattfinden. Wie es mit dem regionalen Energiegipfel weitergeht, werde man dann sehen.
Das Klima zu retten ist offensichtlich doch schwieriger als so mancher glaubt.
ROBERT BREITLER